Hilfe zur Selbsthilfe – Griechenland

In Katerini leben 150 Familien die auf Nahrungsmittel-Rationen angewiesen sind. 

Durch die Bürgerinitiative O TOPOS MOU, "Ο Τόπος μου" (mein Ort) ist es den Familien möglich sich einmal im Monat eine Ration abzuholen. Jedes "Essens-Paket" ist fein säuberlich ausgesucht, hinein kommt nur das mindeste was dazu benötigt wird um zu überleben. Um den Überblick über die Rationen zu behalten und welche Familie bereits ein Paket bekommen hat, wurde jede einzelne der 150 Familien in ein digitales Datensystem eingelesen, mehrere Rationen oder Pakete in einem Monat gibt es nicht. Und dabei gibt es auch keine Ausnahmen, das führt Tag täglich zu einem Kampf ums überleben. Zur Tagesordnung gehören hierbei natürlich verbale Auseinandersetzungen, den am Existenz Minimum oder sogar darunter zu leben, setzt einem Menschen psychischen und auch physischen Stress aus.

 

Nichts desto trotz kann dieses System nur funktionieren, wenn jeder einzelne an einem Strang zieht. Deshalb gibt es auch strickte Regeln an die sich gehalten werden muss um als "Belohnung" eine Nahrungsmittel-Ration zu bekommen. Jeder der Familien muss im Monat 8 Stunden Arbeit leisten, dabei ist es nicht wichtig wer die kleineren Arbeiten erledigt die anfallen, das können sich die Familien selbst aussuchen. Als Arbeit zählen alle Dinge die nützlich sind und dazu beitragen zB der Gemeinschaft zu helfen. Um ein paar kleinere Beispiele zu nennen : Renovierungsarbeiten, Rasen mähen, Dachreparaturen, Kartoffeln abladen usw.
Sollte eine der Familien die Arbeit verweigern, einer anderen Familie etwas aus dem "Essens-Paket" wegnehmen, oder aber Lebensmittel nicht verwenden und stattdessen wegschmeißen, wird diese Familie unmittelbar für eine weitere Rationen-Ausgabe ausgeschlossen.

Jede Familie bekommt:

3 Kg Zucker
7 Lit Milch
2 Dosen Oliven
5 Kg Mehl
2 Kg Kichererbsen
3 Kg Reis
1 Kg Weiße Bohnen
3 Dosen passierte Tomaten
1 Packung Salz
7 Kg Nudeln
2 Kg Linsen
1 Flasche Olivenöl

Um die körperlich schwächeren Mitglieder der Familien, wie zB Frauen und Kinder, ebenfalls in den Arbeitsalltag zu integrieren, bietet die Bürgerinitiative an, dass die Betroffenen aus frischen Tomaten Tomatenmark herstellen, welches dann wiederum an die lokale Bevölkerung verkauft wird. Das allerdings nur zum Einkaufspreis der Tomaten.
Das Gemüse wird zunächst gewaschen und gekocht, anschließend gepresst und abgehangen. Wenn dies geschehen ist, wird die Paste wieder gekocht um dann heiß in Glasflaschen abgefüllt. Mit dieser Methode lässt sich die Tomatenmark ca. 1,5 Jahre halten.

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